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Der Fall Hanning - Kein Einzelfall

9. Oktober 2026

Hanning ist kein Einzelfall. Die Nähe ehemaliger deutscher Geheimdienstspitzen zu ausländischen Einflussakteuren ist ein Thema, das bislang zu wenig Beachtung findet.

 

Zahlreiche ehemalige Spitzenkräfte des Sicherheitsapparats haben sich nach ihrer Pensionierung mit privaten Sicherheits- und Beratungsunternehmen selbstständig gemacht. Manche traten noch Jahrzehnte später öffentlich für russische Interessen ein. Die Bedeutung dieser Netzwerke für die deutsche Sicherheits- und Außenpolitik wird in der Debatte bislang kaum berücksichtigt.
 

Dabei hat Bernd Schmidbauer, Helmut Kohls ehemaliger Sicherheitsberater und früherer Geheimdienstkoordinator, ihre Dimension selbst einmal erstaunlich offen beschrieben.

Im Wirecard-Untersuchungsausschuss berichtete Schmidbauer, dass er sich auch lange nach seiner Pensionierung weiter im Sicherheitsbereich engagiere.

Er befinde sich – wie andere hochrangige Vertreter des deutschen Sicherheitsapparats – im „Unruhestand“. Wenn sich „große Stellen“ austauschten, stehe man ihnen mit „Gesprächen und Netzwerken“ zur Seite – und, wie er sagte, auch mit „bestimmten Maßnahmen“. Nicht alles davon werde öffentlich. Gelegentlich gebe es zudem lose internationale Verbindungen. Das sei doch „selbstverständlich“.
 

Selbstverständlich?
 

Wenn es als normal gilt, dass ehemalige Spitzenkräfte des Sicherheitsapparats auch nach ihrer Pensionierung in solchen Netzwerken aktiv bleiben und auf sicherheits- oder außenpolitische Vorgänge Einfluss nehmen, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie ist das mit demokratischer Kontrolle vereinbar?
 

Der Fall Hanning zeigt, wie dringend es ist, diese Netzwerke, ihre Verbindungen und ihren Einfluss genauer zu untersuchen.

n-tv Artikel

 

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